Aktien kaufen in 5 Schritten
Den ersten Aktienkauf empfinden viele als komplizierter als er ist. Tatsächlich lässt sich der Prozess auf fünf klar strukturierte Schritte herunterbrechen. Wer diese kennt, kann innerhalb weniger Tage seine erste Aktie kaufen — egal ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
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Schritt 1: Depot eröffnen
Ein Wertpapierdepot ist das Konto, auf dem Ihre Aktien verwahrt werden. Ohne Depot kein Aktienhandel. Die Depoteröffnung geht heute vollständig online, dauert meist 5–10 Minuten und ist bei Neobroker kostenlos. Zur Identifizierung wird VideoIdent (per Smartphone-Kamera) oder PostIdent (in einer Postfiliale) genutzt. Nach erfolgreicher Prüfung werden die Depot-Zugangsdaten per E-Mail oder Post.
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Schritt 2: Geld einzahlen
Überweise das gewünschte Investitionskapital auf Ihr Verrechnungskonto beim Broker (in der Regel ein SEPA-Überweisung). In der Schweiz kann die Einzahlung in CHF oder EUR erfolgen, je nach Broker. Die Gutschrift dauert meist 1–2 Werktage. Erst wenn das Geld auf dem Verrechnungskonto verfügbar ist, können Aktien gekauft werden.
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Schritt 3: Aktie suchen (ISIN/WKN)
In der Handelsmaske des Brokers wird die gewünschte Aktie gesucht über ISIN (International Securities Identification Number), WKN (Wertpapierkennnummer, Deutschland/Österreich) oder den Unternehmensnamen. Die ISIN ist die international eindeutige 12-stellige Kennung. Tipp: Bei häufigen Unternehmensnamen (z.B. "Apple") liefert die ISIN-Suche präzisere Ergebnisse als die Namensuche.
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Schritt 4: Order aufgeben (Market vs. Limit)
Stückzahl oder oder den Investitionsbetrag. Dann wird der Ordertyp gewählt und den Handelsplatz. Eine Limit Order an einer liquiden Börse an einer liquiden Börse. Nach Eingabe aller Daten erscheint eine Ordervorschau mit Gesamtkosten inkl. Gebühren, bevor Sie bestätigen.
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Schritt 5: Ausführung abwarten
Nach Bestätigung wird die Order an die Börse weitergeleitet. Bei einer Market Order erfolgt die Ausführung meist innerhalb von Sekunden. Bei einer Limit Order kann es länger dauern, falls Ihr Wunschkurs noch nicht erreicht wurde. Sie erhalten eine Auftragsbestätigung (Wertpapierabrechnung) und die Aktie erscheint in Ihrem Depot.
Market Order vs. Limit Order: Was ist der Unterschied?
Die Wahl des Ordertyps ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Aktienkauf:
Limit Order: Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs Ihr gesetztes Limit erreicht oder unterschreitet (beim Kauf) bzw. überschreitet (beim Verkauf). Vorteil: Preissicherheit. Nachteil: Die Order könnte nicht ausgeführt werden, wenn Ihr Limit nie erreicht wird.
Für die meisten Einsteiger und für Standardaktien (DAX, SMI, ATX, S&P 500) ist eine Limit Order leicht unter dem aktuellen Kurs oder am aktuellen Kurs ein guter Kompromiss. Bei Aktien mit sehr hohem Handelsvolumen (Apple, Microsoft, SAP) macht eine Market Order im normalen Handelsbetrieb meist kaum einen Unterschied.
Kosten beim Aktienkauf: Was wird berechnet?
Die Gesamtkosten eines Aktienkaufs setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
- Ordergebühr: Fester oder prozentualer Betrag pro Trade. Neobroker wie Trade Republic berechnen 1 Euro pro Order, ING DiBa 4,90 Euro Mindest-Ordergebühr plus 0,25%, klassische Filialbanken oft 10–25 Euro
- Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Dieser Kostenpunkt ist unsichtbar, aber real. Bei Xetra-gehandelten Bluechips wie Allianz oder Nestlé ist der Spread minimal, bei Nebenwerten kann er mehrere Prozent betragen
- Börsengebühren: Manche Handelsplätze erheben eigene Gebühren, die der Broker weitergibt. Bei Neobroker-Plattformen (Gettex, Tradegate) sind diese oft inklusive
- Depotgebühr: Bei Neobroker und vielen Direktbanken kostenlos; bei Filialbanken und manchen Schweizer Anbietern werden Jahresgebühren von 0,1–0,3% des Depotwertes erhoben
- Währungsumrechnungsgebühr: Bei Aktien in Fremdwährung (z.B. USD) berechnen Broker oft 0,3–1,5% Umrechnungsgebühr
Broker-Empfehlungen für DACH
Je nach Land und Anlegerprofil eignen sich unterschiedliche Broker:
Trade Republic
Neobroker, 1 Euro pro Order, große ETF-Sparplan-Auswahl, starke App. Geeignet für Einsteiger.
Scalable Capital
Flatrate-Modell (2,99 Euro/Monat für unlimitierte Trades) oder kostenlose Sparpläne. Gute Benutzeroberfläche.
ING DiBa
Großbank mit Depotfunktion. Kostenlose Sparpläne, Ordergebühren ab 4,90 Euro. Für Anleger, die auch ein Girokonto suchen.
Swissquote
Größter Schweizer Online-Broker. Breite Produktpalette, internationale Märkte, höhere Gebühren. Für erfahrene Anleger.
Yuh
Neobroker der PostFinance und Swissquote. Einfache App, günstige Gebühren, CHF-Konto. Gut für Einsteiger in der Schweiz.
Flatex AT
Günstiger Direktbroker, große Auswahl an Handelsplätzen, Sparpläne. Beliebt unter österreichischen Aktionären.
Easybank
Österreichische Direktbank mit Depot. Kombination aus Girokonto und Depot in einem.
Was ist eine ISIN?
Die ISIN (International Securities Identification Number) ist eine zwölfstellige Kennnummer, die jedes Wertpapier weltweit eindeutig identifiziert. Sie besteht aus einem zweistelligen Länderkürzel, einer neunstelligen nationalen Kennnummer und einer Prüfziffer. Beispiele:
- SAP SE: DE0007164600 (DE = Deutschland)
- Nestlé: CH0038863350 (CH = Schweiz)
- OMV: AT0000743059 (AT = Österreich)
- Apple: US0378331005 (US = USA)
Alternativ gibt es für deutschen und österreichischen Handel die WKN (Wertpapierkennnummer), eine sechsstellige alphanumerische Kennung (z.B. SAP: 716460). Die ISIN ist international standardisiert und funktioniert weltweit, während die WKN nur in deutschsprachigen Märkten gebräuchlich ist.
Häufige Fehler beim ersten Aktienkauf
Einsteiger machen beim ersten Kauf oft wiederkehrende Fehler, die vermeidbar sind:
- Market Order bei illiquidem Wert: Bei Nebenwerten mit geringem Handelsvolumen kann eine Market Order zu einem deutlich ungünstigeren Kurs ausgeführt werden als erwartet. Immer Limit Order verwenden.
- Falschen Handelsplatz wählen: Achte darauf, den richtigen Handelsplatz zu wählen. Bei deutschen Aktien ist Xetra die Referenzbörse mit dem höchsten Volumen und engsten Spreads.
- Außerhalb der Handelszeiten: An deutschen Börsen läuft Xetra von 09:00 bis 17:30 Uhr. Aufträge außerhalb dieser Zeit werden in die Warteschleife gestellt oder zum nächsten Handelstag ausgeführt.
- Alles auf eine Karte setzen: Anfänger neigen dazu, all ihr Kapital in eine einzige Aktie zu investieren. Diversifikation über mehrere Unternehmen und Branchen reduziert das Risiko erheblich.